Insektenhotel: Eine Win-Win-Situation für Mensch und Tier

Insektenhotel: Eine Win-Win-Situation für Mensch und TierEin Fünf Sterne Insektenhotel? Für den neutralen Betrachter hat der rechteckige Aufbau aus Lehm, Stroh, Holz und vielen merkwürdigen Dingen, die daran hängen, überhaupt wenig mit einem Hotel zu tun.

Lediglich die meist angebrachte Überdachung weist auf etwas in Richtung Haus hin. Tatsächlich ist dieses Gebäude für viele heimische Insektenarten aber wirklich so etwas wie ein Hotel. Verschiedenste Gäste wohnen hier Tür an Tür, die anderswo im Garten kein Zuhause mehr finden.

Sie sind jedoch keineswegs nur auf der Durchreise, denn gedacht ist das Insektenhotel zum Nisten und Überwintern.

Wenn der eigene Garten „zu aufgeräumt“ ist, zum Beispiel der Biomüll nicht mehr auf den Komposthaufen, sondern in der Biotonne endgelagert wird, fällt für einige Mehrbeiner schon ein wichtiger Lebensraum weg. Ist dann noch der Rasen perfekt auf 1,2 cm gestutzt und der Bretterhaufen in der Ecke beseitigt, fühlt sich zwar der Mensch wohl, nicht aber das Insekt.

Doch wenn diese ausbleiben, ist auch das Ökosystem des Gartens im Ungleichgewicht.

  • Wer bestäubt die Apfelblüten, damit im Herbst dann an kalten Tagen der garteneigene Bratapfel genossen werden kann?
  • Welches Bio-Insektizid kommt schon an Marienkäfer oder Florfliegenlarven heran, wenn es um Blattlausbekämpfung geht?

 

 

Ökologisch klug handeln – das zahlt sich aus

Deswegen werden Insektenhotels immer beliebter bei umweltbewussten Kleingärtnern, bei Profis im Garten-Landschafts-Bau sind diese Unterkünfte schon lange im Bewusstsein verankert.

Sie schaffen einen Ausgleich und ersparen Kraft der Natur viel Kleinarbeit: Hummeln, Wildbienen, Florfliegen, Marienkäfer, Ohrwürmer und viele weitere Nützlinge bevölkern bei richtigem Aufbau und Standort gern die bereitgestellten neuen „Wohnungen“.

wildtierfreund.deWenn man sich dazu entschließt, etwas für das ökologische Gleichgewicht seines Gartens zu tun, dann geht das auf zwei verschiedenen Wegen: entweder, man baut sich sein Insektenhotel selbst, die Materialien gibt es in jedem Baumarkt und in der Natur, und lässt seiner Kreativität freien Lauf.

Oder man greift auf die Arbeit von Profis in dem Gebiet zurück, die genau wissen was sie tun, beispielsweise Wildtierfreund, eine Firma die sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat.

In jedem Fall sollte man sowohl bei einzelnen Materialien, als auch Fertigbauten immer darauf achten, dass alles trocken und ohne chemische Holzschutzmittel verarbeitet ist.

Anschließend gibt es noch einiges zu beachten: Damit der Neubau im Garten auch angenommen wird, müssen Dinge wie Farbe, Ort und Material stimmen. So gilt es, das Insektenhotel am besten witterungsgeschützt und sonnenbestrahlt in der Nähe einer Wiese oder ähnlichem aufzustellen. Denn dort finden sich einfach die besten Brut- Nahrungs- und Überwinterungsbedingungen.

Farblich steht zum Beispiel Hotelgast Florfliege dem rötlichen sehr geneigt gegenüber, Ohrenkneifer dagegen legen darauf keinen Wert, nur kühl und dunkel sollte es sein. Zwischen den verschiedenen Suiten ist Stroh der beste Dämmstoff und auch totes Holz und Steine sind gern gesehen, damit auch wirklich jeder freie Platz genutzt werden kann.

 

Mit dem Insektenhotel die Natur beobachten und kennenlernen

InsektenhotelDie Unterkünfte haben ihren Ursprung im England des 19. Jahrhunderts, wo die ersten Hoteliers Bienenkästen zu Beobachtungszwecken in der freien Natur aufstellten.

Auch ein wichtiger Punkt als Antwort auf die Warum-Frage. Denn als Beobachtungsobjekt zum kennen- und schätzen lernen unserer kleinen Mitbewohner findet das Insektenasyl nicht nur auf zahlreichen Schulhöfen Beachtung.

Seit einigen Jahrzehnten weisen europäische Naturschutzverbände explizit auf die Verbreitung solcher Bauten hin.

Sollte man sich als einer der vielen glücklichen Besitzer eines Insektenhotels angesprochen fühlen, kann man sicherlich bestätigen, dass dies mit all seinen Vorteilen für Mensch und Insekt einen großen Gewinn darstellt.

Auf neudeutsch also: Eine Win-Win-Situation!

Nachtrag:

Kriterien, die beim Kaufen und Aufhängen von einem Insektenhotel berücksichtigt werden müssen:

Wer sich ein Insektenhotel kaufen will, muss zunächst überlegen, welche Insektenart darin leben soll. Außer günstigen Produkten bieten verschiedene Hersteller sogenannte Luxus-Insektenhotels an. Beide Varianten helfen den Tieren.

Damit der Unterschlupf angenommen wird, müssen beim Aufhängen weitere Kriterien berücksichtigt werden:

  • der Insektennistkasten muss ganzjährig im Garten hängen
  • das Insektenhotel sollte in Pflanzennähe aufgehängt werden, damit es schneller gefunden wird
  • in Nisthöhlen für Schmetterlinge sollten einige Äste gelegt werden, damit diese besseren Halt finden
  • Marienkäfer freuen sich zusätzlich über etwas Heu im Insektenhotel
  • Falls die Insekten von Singvögeln gestört werden, muss der Eingang mit Maschendraht geschützt werden

Praktisch sind Modelle, bei denen die Vorderseite geöffnet werden kann. Sie sind im Innern mit transparenten, kleinen Röhren bestückt, die von Wildbienen zum Brüten genutzt werden.

Ein solcher Kasten bietet mehrere Vorteile: Die Insekten lassen sich bei geöffneter Frontklappe gut beobachten. Eine Reinigung des Kastens ist ebenfalls problemlos möglich.

Auch für andere Insektenarten bietet ein solches Modell Vorteile: Füllmaterial (Zweige, Heu, etc.) lässt sich bei Bedarf leicht austauschen.

Wer diese Tipps beim Kaufen und Anbringen von Insektenhotels beachtet, muss garantiert nicht lange darauf warten, bis die ersten Bewohner in den Kasten einziehen.